Supesu-Kan

Die Stadt Kyoto ist eines der geschichtlich und kulturell bedeutensten Staedte Japans. Viele Kulturbauten wie Schreine, Tempel und historische Plaetze praegen das Stadtbild Kyotos. Die Stadtstruktur des Viertels ist von kleinteiligen Wohngebaeuden und Hochhaeusern wie Hotels und dem Bahnhof gepraegt.
An dieser Stelle entsteht in unmittelbarer Naehe ein neuer Ort der Begegnung, der sich respektvoll in die historisch bedeutsame Stadt einfuegt. 
Im Supesu-Kan vereinen sich Kunst, Kultur und Kommunikation in einer harmonischen Sinfonie der Offenheit.
Supesu-Kan kann aus dem japanischen mit "Zwischenraum" uebersetzt werden. Ein Teil des Namens bedeutet so viel wie "bewegliche Grenze". Diese Grenzen koennen durch Treppen Tore, Tueren oder kleine Rituale deutlich gemacht werden. 
Im Supesu-Kan wird dieses Prinzip durch eine zeitgenössische Interpretation umgesetzt. Die Gebäude sind durch einen Sockel mit wenigen Stufen leicht erhaben und bilden eine bewegliche Grenze zu der Umgebung. Das Hotel und das Museum verfolgen zwei unterschiedliche Konzepte der Bewegung und bilden dennoch eine Einheit ueber einen fortlaufenden Raumfluss. Raeume werden frei angeordnet und loesen sich auf. Es entsteht ein spannendes Spiel zwischen Raeumen, Nichtraeumen und Zwischenraeumen. 
Die Stadtkoerper des Museums und des Hotels treten in Kommunikation. Sie stehen sich gegenueber, getrennt von einem zentralen Hof. Der Hof selbst kann mit
den Innenraeumen der Koerper in Verbindung treten, da eine transparente Fassade und ein oeffenbarer vollflaechiger Sonnenschutz den Dialog ermoeglichen. Die staedtischen Volumen orientieren sich stark an der Ist-Situation, trotz das die Stadt Kyoto einem starkem Wandel unterliegt.
Das Museum nutzt den offenen Raum ueber alle Etagen. Ueber Splitlevel und einer offenen vertikalen Erschlieszung sind Kommunikationen ueber alle Ebenen moeglich. Die differenzierte Ausgestaltung der einzelnen Geschosse erlauben dem Betrachter stets neue optische Situationen mit Vorranschreiten innerhalb der Ausstellung.
Die noerdliche und suedliche Begrenzung des zentralen Hofes wird durch Sekundaernutzungen gefuellt. Das Theater im Norden und das Café im Sueden sind nicht nur Besuchertechnisch ein Uebergang zwischen Hotel und Museum, die
Baukoerper vermitteln auch die verschiedenen Geschosshöhen der Hauptkoerper und setzen eigenen Nuancen zwischen diesen, ohne den städtebaulichen Effekt der Höhenentwicklung auf der Nord-Suedachse zu verlieren.

Tim Balzer & Ronja Riemann