Studienpreis Konrad Wachsmann 2024 – BDA-Ausstellung

Qualitätsorientierung fängt an den Hochschulen an. Daher gehört die Förderung des beruflichen Nachwuchses und innovativer Ideen von jeher zu den Aufgaben des Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA. Durch die Auslobung des Studienpreises Konrad Wachsmann möchte der BDA Landesverband Sachsen gemeinsam mit den Landesverbänden Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg Absolventinnen und Absolventen dazu motivieren, ihre Leistungen einem breiten öffentlichen Publikum zugänglich zu machen. Die Auszeichnung wird für besonders herausragende, vorausschauende und zukunftsweisende Lösungen für die aktuellen und bevorstehenden Probleme der Baukultur verliehen. Aspekte der aktuellen Baukulturdebatten wie Nachhaltigkeit, Kreislauffähigkeit, Bauen im Bestand, Cradle to Cradle, Nachverdichtung, Aspekte des nachhaltigen Städtebaus und der Reduktion von Rohstoffverbrauch und Emissionen spielen hierbei ebenso eine Rolle wie zukünftige Herausforderungen.
Der elfte Studienpreis Konrad Wachsmann wurde im Herbst 2024 entschieden. Eine fachkundige Jury mit Christina Gräwe aus Berlin, Franziska Singer aus Zürich und Ariane Wiegner aus Berlin wählte aus den eingereichten studentischen Abschlussarbeiten von Hochschulen aus vier Bundesländern die bemerkenswertesten Arbeiten aus. Zu den Preisträger:innen gehören Mascha Leykauf (Bauhaus-Universität Weimar), Benjamin Bachmann (Fachhochschule Erfurt) und Lucia Kasper (HTWK Leipzig); neben den Anerkennungen kamen einige Arbeiten in die Engere Wahl wie die Arbeit von Lukas Rüß (HTWK Leipzig). Der Preis soll dazu beitragen, den Dialog zwischen Ausbildung und Praxis zu intensivieren und die baukulturellen und berufspolitischen Aktivitäten des BDA an den Hochschulen zu vermitteln.
In einer Ausstellung werden die Arbeiten nun in Leipzig gezeigt. Zur Vernissage am Mittwoch, 9. April 2025 um 18 Uhr im Foyer HTWK Bibliothek sprechen Vertreter:innen der BDA Sachsen Regionalgruppe Leipzig und des Architektur-Studiengangs HTWK Leipzig. Die Ausstellung ist vom 9. März bis 8. Mai 2025 im Bibliotheks-Foyer zu sehen.
Mehr Infos zum Studienpreis Konrad Wachsmann: https://www.yumpu.com/de/document/view/68921955/studienpreis-konrad-wachsmann-2024
DER ARCHITEKT KONRAD WACHSMANN (1901-1980) wurde als Sohn jüdischer Eltern in Frankfurt/O. geboren. Nach beendeter Tischlerlehre studierte er von 1920-1924 an der Berliner Kunstgewerbeschule, bei Heinrich Tessenow an der Dresdner Kunstakademie und als Meisterschüler von Hans Poelzig an der Kunstakademie in Berlin und Potsdam. 1926-1929 arbeitete er als leitender Architekt bei der Christoph & Unmack AG in Niesky, einem der damals größten europäischen Holzbauunternehmen. Seit dieser Zeit beschäftigte er sich intensiv mit den Möglichkeiten der industriellen Vorfertigung. 1941 emigrierte Wachsmann in die USA, wo er zusammen mit Walter Gropius ein Fertighaussystem für Holzhäuser, das Packaged House System entwickelte. In seiner Zeit als Hochschulprofessor und auch als Leiter der Architekturklassen der Salzburger Sommerakademien begeisterte er zahlreiche junge Architekten für seine Ideen zum industriellen Bauen. Von den realisierten Bauten Wachsmanns sind nicht viele erhalten. Dazu gehören sein wohl prominentestes Gebäude, das Sommerwohnhaus für Albert Einstein in Caputh, das ehemalige Direktorenwohnhaus in Niesky, ein Krankenpavillon des städtischen Krankenhauses in Frankfurt/O., das Wohnhaus Dr. Estrich in Jüterbog und das Erdwissenschaftliche Institut in Ratibórz (Polen).