Bremmer-Preis 2019

Protokoll der Preisgerichtssitzung

Das Preisgericht tritt am 08.01.2019 um 14:10 h zusammen.

Es besteht aus:

  • Prof. Gerhard Bremmer (Stifter)
  • Dipl.-Des. Architektin Ute Bremmer
  • Dipl.-Ing. Architekt Michael Fabian Panzer
  • Prof. Harald Stricker (Prof. HTWK)
  • Moderation: Prof. Christian Knoche (Prof. HTWK)

Als Leiter der Gutachtersitzung wird Prof. Christian Knoche gewählt. Es wurden 25 Arbeiten eingereicht. Die Arbeit von Freya Mittmann wurde nachträglich aus Krankheitsgründen. zurückgezogen. Deshalb wurden 24 Arbeiten zur Wertung zugelassen und gewertet. Die Liste der Verfasser der mit den Kennnummern 01 bis 16 und 18 - 25 versehenen Arbeiten liegt diesem Protokoll bei.

Präsentation durch die Verfasser

Im Rundgang wurden die Arbeiten von den Studierenden im Rahmen von Kurzvorträgen (5 – 10 Minuten) vorgestellt, die Jury hatte dabei die Gelegenheit, nicht wertende Fragen zum Inhalt zu stellen.

Bewertungsrunde 1

Folgende Arbeiten werden nach einer ersten Bewertung einstimmig ausgeschieden und somit nicht weiter berücksichtigt: 01, 03, 05, 06, 07, 08, 10, 11, 12, 13, 18, 19, 21, 23 und 24.

Bewertungsrunde 2

Folgende Arbeiten werden nach einer zweiten Bewertung mehrheitlich ausgeschieden und somit nicht weiter berücksichtigt: 02, 09, 15.

Engere Wahl

In die engere Wahl der Preisträger werden folgende Arbeiten genommen: 04, 14, 16, 20, 22 und 25.

Preisverteilung

Es werden drei Preise und zwei Anerkennungen vergeben:

  • 1. Preis (600 €): Arbeit Nr. 20
  • 2. Preis (500 €): Arbeit Nr. 25
  • 3. Preis (400 €): Arbeit Nr. 04
  • Anerkennungen erhalten die Arbeiten 16 und 22.
  • Die Arbeit 14 verbleibt in der engeren Wahl

Belobigung der Ausgezeichneten Arbeiten

  • 1. Preis 
    Arbeit Nr. 20
    Titel: Jenga-Turm Bürohaus reversibel am ICC Berlin
    Verfasser: Linda Schmidt
    Konzeptionelles Entwerfen im 3. Sem. MA
    Betreuer: Prof. Frank Schüler

Die Aufgabenstellung beinhaltet die Planung eines Bürogebäudes in unwirtlicher Umgebung am westlichen Stadteingang von Berlin. Im Spannungsfeld zwischen Stadtautobahnen, Verkehrsknoten, Funkturm, und ICC ist der Ort zwar durchaus präsent und vielleicht sogar prominent, er zeigt aber keine stadträumliche Identität oder bauliche Geschlossenheit.

Die hier gestellte Aufgabe, ein für die Entwicklung moderner Bürowelten richtungsweisendes Bürogebäude zu errichten, wurde von der Verfasserin souverän und überzeugend gelöst.

Der markant gestaltete und gut proportionierte Turm ist weithin sichtbar und durchaus als Landmarke zu verstehen, er distanziert sich selbstbewusst von der heterogenen Umgebung und erhebt sich gleichsam über sie.

Der architektonische Ausdruck basiert auf der kleinsten räumlichen Büroeinheit, die sich in Form, Größe und Stapelung aus dem bekannten Jenga-Stein ableitet und sich horizontal und vertikal kombinieren und in der Fassade ablesen lässt.

Die Möglichkeit, gedanklich einzelne Raumzellen herauszunehmen bzw. freizulassen erzeugt zusätzlich gestalterische Kraft und innenräumliche Vielfalt. Es entstehen teilweise mehrgeschossige Leerräume, Voids, die informelle Zusatznutzungen ermöglichen und beispielhaft aufzeigen, wie vielschichtig, vielfältig und flexibel moderne Arbeitswelten aussehen können.

Die Arbeit ist konzeptionell, konstruktiv und gestalterisch auf höchstem Niveau und damit ein würdiger Sieger des Bremmer Preises 2019.

  • 2. Preis
    Arbeit Nr. 25
    Titel: Naturschutzzentrum Blaue Lagune Holzkonstruktion im Naturschutzgebiet
    Verfasser: Lucia Kasper, Malte Müller, Jonas Flegler
    Baukonstruktion I / Holzbau - Übung im 1. Sem. BA
    Betreuer: Prof. Frank Schüler und Prof. Christian Knoche

Die naturräumlich dramatische Kulisse mit Steilwand und Bergsee bietet eigentlich keinen klassischen Bauplatz. Deshalb war dieser von den Verfassern zu suchen und durch eine elmentierte, leicht auf und auch wieder abbaubare Konstruktion zu besetzen.

Der gewählte Ort bietet die Möglichkeit, ein kompaktes Volumen im Kontrast zur Topographie der Situation zu entwickeln. Dies ist den Verfassern bestens gelungen, wobei der Reiz des Gebäudes auch durch seine sensible und differenzierte konstruktive Durcharbeitung erzeugt wird.

Kreative Ideen zur Erschließung und Lichtführung sowie das geschickte Spiel mit zwei unterschiedlich ausgebildenten Fassadenebenen formulieren einen Entwurf, der sich spannungsvoll einfügt und die Materialität und Struktur des konstruktiven Holzbaus geschickt in Szene setzt.

Die Jury stellt dabei anerkennend fest, dass die Arbeit die im 1. Bachelor-Semester erwartbare Qualität deutlich übersteigt.

  • 3. Preis 
    Arbeit Nr. 04
    Titel: 89 / 90 Kein Konsens für Niemand Architekturtheoretische Betrachtung zum Freiheits- und Einheitsdenkmal
    Verfasser: Norma Brecht
    Geschichte, Theorie und Kritik moderner Architektur im 5. Sem. MA
    Betreuer: Prof. Ingo Andreas Wolf

Die Arbeit fällt als architekturtheoretische Betrachtung zu einem aktuellen gesellschaftlichen Thema aus den mehrheitlich strukturell, gestalterisch oder konstruktiv geprägten Beiträgen heraus.

Sie beschäftigt sich qualifiziert mit der Diskussion um das Einheits- und Freiheitsdenkmal und deckt dabei vielfältige, teilweise unerwartete Betrachtungsebenen auf, die fundiert und differenziert behandelt werden.

Die Verfasserin zeigt dabei unterschiedliche Strategien auf, die von der Jury als wertvolle Beiträge für einen noch nicht abgeschlossenen Diskurs angesehen werden.

  • Anerkennung
    Arbeit Nr. 16
    Titel: Informations- und Ausstellungspavillon Temporäre Stahlkonstruktion auf dem Leuschner Platz
    Verfasser: Francisco Föse, Andrea Mayr, Ben Raisic und Hannah Seubert
    Baukonstruktion II / Stahlbau - Übung im 4. Sem. BA
    Betreuer: Prof. Frank Schüler und Prof. Christian Knoche

Ein kleiner Veranstaltungs- und Ausstellungspavillon, der temporär auf dem Leuschner Platz aufgestellt wird, soll die Öffentlichkeit in den Fachdiskurs über die weitere Entwicklung dieser wichtigen Innenstadtfläche einbeziehen.

Diese Aufgabenstellung wurde von den Verfassern konzeptionell, konstruktiv und gestalterisch vorbildlich gelöst, vor allem weil die Vorgaben, z.B. zur Gründung und die Anforderungen an die Flexibilität der Nutzung und die gestalterische Umsetzung der Konstruktion kreativ und sehr durchdacht umgesetzt wurden.

  • Anerkennung
    Arbeit Nr. 22
    Titel: APOIO - Kulturzentrum UNTER-Stützen Besucherzentrum am alten Turm
    Verfasser: Konstantin Taraba
    Kontextuelles Entwerfen II im 4. Sem. BA
    Betreuer: Prof. Anthusa Löffler und Prof. Dr. Andreas Nietzold

Dieser Entwurf wurde im 4. Semester des Bachelorstudiengangs bearbeitet. Er beinhaltet im besten kontextuellen Sinne die Aufwertung eines naturräumlich interessanten Ortes durch den Neubau eines Besucherzentrums, das in Zusammenhang mit einem historischen Turm konzipiert ist.

Die horizontale Konfiguration entspricht besonders gut den Merkmalen der Umgebung und der Weite der Situation, sie respektiert die Blickbeziehungen und ordnet sich unter, wobei sie im spannungsvollen Kontrast zum bestehenden Turm verstanden wird.

Die Jury würdigt die maßvoll zurückhaltende Haltung und die sicher angeleiteten Festlegungen zur Konstruktion und Gestaltung mit einer Anerkennung zum Bremmer Preis.

Das Preisgericht endet um 19:30 Uhr.
aufgestellt:
Prof. Christian Knoche