Prof. Geise gab Experteninterviews in DIE ZEIT sowie in der LVZ und erläuterte die Herausforderungen der Drohnenabwehr
Nach dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle war die Expertise von Prof. Dr. Robert Geise, Professor für Elektrotechnik, Technische Informatik und elektromagnetische Verträglichkeit an der HTWK Leipzig, gefragt. Sowohl DIE ZEIT als auch die Leipziger Volkszeitung (LVZ) sprachen mit dem Wissenschaftler über technische Möglichkeiten und Grenzen der Drohnenerkennung sowie über Herausforderungen beim Schutz kritischer Infrastruktur.
Im Mittelpunkt der Interviews stand die Frage, wie eine mit Sprengstoff beladene Drohne unbemerkt in die Nähe eines Flugzeugs gelangen konnte. Geise erläuterte, dass herkömmliche Radarsysteme an Flughäfen für die Erkennung kleiner Drohnen nur eingeschränkt geeignet seien. Ursache dafür seien physikalische Gegebenheiten: Drohnen fliegen in geringer Höhe, bestehen häufig aus wenig reflektierendem Material und sind deutlich kleiner als Flugzeuge. Selbst moderne Sensorik könne diese Grenzen nicht vollständig überwinden.
Der HTWK-Professor machte zudem deutlich, dass eine wirksame Drohnenabwehr mehr erfordert als leistungsfähigere Sensoren. Die verfügbare Reaktionszeit sei oft nur wenige Minuten, gleichzeitig seien rechtliche und organisatorische Fragen bei möglichen Abwehrmaßnahmen zu berücksichtigen. Auch autonome Drohnen stellten bestehende Erkennungssysteme vor neue Herausforderungen, da sie ohne kontinuierliche Funkverbindung betrieben werden können.
Forschungen an der Fakultät Digitale Transformation

Neben der Einordnung des aktuellen Falls verwies Geise auf die Forschung an der Fakultät Digitale Transformation der HTWK Leipzig. Dort wird unter anderem an Verfahren gearbeitet, die bestehende Mobilfunkinfrastruktur zur Erkennung von Flugbewegungen kleiner Drohnen nutzen. Ziel ist es, vorhandene technische Systeme intelligent einzusetzen und so neue Ansätze für die Überwachung des Luftraums zu entwickeln.
Prof. Dr. Robert Geise lehrt an der HTWK Leipzig Elektrotechnik, Technische Informatik und elektromagnetische Verträglichkeit. Seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Antennendesign, Messtechnik, Navigationssysteme sowie Funkstöranalyse. Zuletzt weihte er ein neues Labor für Hochfrequenz-Messtechnik mit Drohnen an seiner Fakultät ein.
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