Gastwissenschaftler*innen des Forschungsschwerpunktes Rechtsextremismus/ Neonazismus (FORENA) der Hochschule Düsseldorf zu Besuch im Seminar Berufliche Identitätsbildung des Bachelor-Studiengangs Soziale Arbeit
Auf Einladung der Lehrenden Prof. Torsten Linke und Theresa Hykel, M.A. besuchten die Gastwissenschaftler*innen Dr.*in Anke Hoffstadt und Prof. Dr. Fabian Virchow das Seminar „Berufliche Identitätsbildung II“ im 4. Fachsemester des Studiengangs Soziale Arbeit. Beide sind im Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus/Neonazismus der Hochschule Düsseldorf tätig und widmen sich seit 2022 im Modellprojekt „[ˈmoːlə]“ der Entwicklung von Lehrkonzepten zu den Themenfeldern Rechtsextremismusprävention, Rassismuskritik und Antisemitismuskritik im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit.
Im Rahmen einer dreistündigen Blockveranstaltung an der HTWK näherten sich die Studierenden dem Themenkomplex „Extreme Rechte in der Sozialen Arbeit: Perspektiven in der Praxis, der Profession und dem Studium“ an. Nach einem theoretischen Input zu Definitionsmodellen von Rechtsextremismus und dessen Bedeutung für die Soziale Arbeit sowie einer Erläuterung des Modellprojekts in Düsseldorf wurden im Rahmen eines World-Cafés verschiedene Fallbeispiele aus der praktischen Sozialen Arbeit, in denen rechte Einflussnahmen zum Tragen kommen, intensiv diskutiert. Ein Beispiel wäre: Welche Handlungsoptionen bestehen für Sozialarbeitende, wenn bei einer Informationsveranstaltung zur Eröffnung einer neuen Unterkunft für geflüchtete Menschen Personen anwesend sind, die rassistische Äußerungen tätigen und die Veranstaltung stören? Was muss/soll/darf ich tun? Welches Fach- und Hintergrundwissen benötige ich konkret und wie steht dies in Verbindung mit meiner sozialprofessionellen Haltung?
Nach dem World-Café erfolgten die gemeinsame Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse im Plenum. Dabei wurde deutlich, dass es eine Vielzahl von Situationen gibt, in denen Sozialarbeitende herausgefordert sind, mit rechtsextremen Inhalten kompetent umzugehen. In der anschließenden Abschlussrunde meldeten die Studierenden die hohe Relevanz des Themas für das Studium der Sozialen Arbeit zurück. Mit Blick auf die stärkere curriculare Verankerung wären aus studentischer Sicht spezielles theoretisches Wissen, das Einüben deeskalierender Gesprächsführung und juristische Handlungsmöglichkeiten wichtige Lehrbausteine.
Die Veranstaltung machte eindrucksvoll deutlich, dass Angriffe und Einflussnahmen durch extrem rechte Akteure inzwischen Alltag in allen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit sind. Hochschule, Profession und Praxis sind aufgefordert dieser (nicht erst seit gestern) bestehenden Herausforderung versiert, geschult und klar positioniert entgegenzutreten.
Einen ganz herzlichen Dank an Dr.*in Anke Hoffstadt und Prof. Dr. Fabian Virchow für ihr Kommen und für ihre Impulse, die bereits Eingang in die Diskussion bei der Studiengangskonferenz gefunden haben.


